Montag, 1. Oktober 2012

Tag 20 und 21

Tag 20, Sonntag-30.09.2012





Der Himmel ist zwar zugehangen, aber es regnet noch nicht. So geht es früh ertsmal los. Ich mache mich also schleunigst in die Spur. Komme aber nicht weit. Nach einer Stunde regnet es wieder Blasen. Ich suche in einem Tunnel auf der Strecke Schutz und bleibe erstmal bis mittag hier, dann beruhigt sich das Wetter etwas und es nieselt nur noch. Also weiter. Die Sicht ist äußerst bescheiden heute. Andere Radfahrer habe ich schon seit 2 Tagen nicht mehr gesehen. Das ist auch wirklich ein Wetter, wo man keinen Hund vor die Tür jagt.
Bis Calalzo ist der Radweg wirklich gut ausgeschildert und verläuft größtenteils auf der Trasse der alten ehemaligen Dolomitenbahn.
So durchquert man mehrere Tunnel und fährt an alten Bahnstationen vorbei.

Ab Calalzo habe ich dann aber Schwierigkeiten den Hinweisschildern zu folgen, die großteils einfach fehlen. So fahre ich wieder viel Staatsstraße.

Man kann das Panaramma der Berge heute nur erahnen, vieles ist im Dunst verschluckt. Bis kurz hinter Belluno komme ich heute, dann ziehen wieder dicke Wolken auf, gerade noch rechtzeitig kann ich mich in ein Hotel am Straßenrand flüchten.
So werden es nur 77km heute, obwohl ich noch 2h Zeit hätte zum radeln.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 21, Montag-01.10.2012



Es hat die ganze Nacht geregnet. Warum gehen eigentlich in italienischen Hotels bei diesem Scheißwetter die Heizungen nicht, überdies hatte ich diese Nacht eine Bettdecke , die so dünn war, das man fast durchgucken konnte, ohne meinen Schlafsack hätte ich Frostbeulen gekriegt.
Aber der Gipfel ist das Frühstück heute, 3 Scheiben Weißbreit und Marmelade dazu, das wars. Unter Einsatz meines gesamten sprachlichen Könnens, kriege ich noch einen Orangenjuice dazu.
Wenn ihr jemals nach Belluno kommt, meidet dieses Hotel.
Der Himmel ist wieder fast vollkommen bedeckt, bis auf einen kleinen blauen Flecken in Richtung Südwest. Dort muß Bassano del Grappa liegen. Mein Entschluß für einen Umweg nach Bassano steht schnell fest.
Schon der Nachname dieser Stadt klingt verlockend (Grappa). So geht die Jagd nach dem kleinen blauen Flecken heute los, wie sich herausstellt eine wirklich gute Entscheidung.
Die Staatsstraße die nach Bassano abzweigt, hat einen 2m Seitenstreifen auf dem ich wunderbar entlang brausen kann.
Es geht durch 2 kleine Tunnels, welche keinen Seitenstreifen mehr haben und relativ dunkel sind, also schnell durch.
Dann kommt ein 3. Tunnel, rabenschwarz und mit 3km Länge beschriftet. In diesen Höllenschlund fahre ich nicht!!! Auf der Karte finde ich eine kleine Nebenstraße eingezeichnet, an der ich gerade vorbei gebraust bin.
Diese führt direkt durch das Tal der Brenta nach Bassano. Also auf dorthin. Der nächste Glücksgriff heute. Zunächst geht es in Serpentinen bergan. Auf dem Gipfel öffnet sich vor mir das Tal der Brenta. Ein wirklich zauberhaftes Tal. Nach einer Abfahrt an Felshängen vorbei, an denen das

Wasser heruntersprudelt, bin ich unten von einem grandiosen Bergpanorama umgeben.
In Cismon del Grappa ist dann allerdings erstmal Schluß. Alle Abfahrten enden hier auf der Autobahn, da will ich nun wirklich nicht langfahren.
Auf meiner Karte ist aber eine Straße eingezeichnet, die bis Bassano führt. Nach 3maliger Durchquerung des Ortes und der Hilfe mehrerer Einheimischer finde ich dann endlich einen kleinen Fußweg abzweigen, der über einen Tunnel unter der Autobahn und eine kleine Fußgängerbrücke auf die andere Seite der Brenta führt, hier geht eine kleine Straße dann bis Bassano weiter.
Das war weder mit GPS noch mit Karte zu finden.
Die Orte an denen ich hier vorbeiradle sind wirklich malerisch in diesem vom Tourismus fast vergessennen Tal. Ein echter Geheimtip.
Nach 80km komme ich in Bassano del Grappa an und das völlig regenfrei. Eine größere Stadtbesichtigung muß ich allerdings auf morgen verschieben, weil jetzt regnet es doch wieder.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen