Samstag, 13. Oktober 2012

Epilog oder eine Bahnfahrt ist soooo schön

Tag 24 und 25, Donnerstag-04.10.2012 -Freitag-05.10.2012

Gestern hatte ich schon versucht eine Fahrkarte auf dem Bahnhof hier bis nach hause zu bekommen.
Mit entsprechender Reservierung wäre es mir so möglich auch EC Züge heimwärts mit Fahrrad zu nutzen. Aber ein mich unverständlich anstarrender Bahnbeamter hinter dem Schalter macht diesen Plan zunichte. Er ist geradeso in der Lage mir eine Fahrkarte bis zur italienischen Grenze (Brenner)
auszustellen, dort könne ich mir dann die Anschlußfahrkarte kaufen.
So geht es dann heute mit Bummelzügen Richtung Heimat. Im Zug werde ich darauf aufmerksam gemacht, das man Fahrkarten hier am Bahnsteig entwerten muß und das Fahrräder ganz nach vorne in den Zug gehören. Kein Problem.
Am Nachmittag stehe ich dann auf dem Bahnhof am Brenner und versuche eine Fahrkarte für ein paar weitere Reisekilometer im vereinigten Europa zu bekommen. Nur da ist kein Schalter. Aber zum Gück ist da ja ein Fahrkartenautomat, und da dieser italienisch ist, verkauft er auch nur Fahrkarten nach Italien. Pech gehabt.
Ich bin nicht der einzige Reisende mit diesem Problem, ein weiterer Radler und ein Italiener schauen sich genauso hilflos um. Gemeinsam schwarz fahren macht dann doch mehr Spass, so sitzen wir dann
ohne Fahrkarte im Zug nach Innsbruck. Ein österreichischer Schaffner läßt sich nicht blicken, die kennen wohl schon das Problem. In Innsbruck ergattere ich dann eine Fahrkarte bis Bayern. Eine deutsche Fahrradkarte (bayrische) gibts aber nur in Bayern, was auf Grund freundlicher Schaffner dann aber kein Problem ist. Gegen 22 Uhr bin ich dann in München, der Bahnhof ist übersät von Betrunkenen in Lederhose und Dirndl, dazwischen Bahnpolizei in ihrer Tracht. Bloß schnell weg hier. Bis Regensburg komme ich heute noch, aber dann fährt kein Zug mehr weiter vor morgens 4.30 Uhr. In der Bahnhofshalle stelle ich mein Fahrrad erstmal ab, um eine Toilette zu suchen. Die ist natürlich schon zu. Logisch, wer muß schon abends um 12Uhr aufs Klo. Glücklicherweise ist ein Burgerking mit WC um die Ecke. Erleichtert stapfe ich in die Bahnhofshalle zurück und erstarre.
Was fehlt in diesem Bild,  ...meeeiiiiin Fahrrad!
Ein Bahnangestellter hat begonnen die Reisenden aus der Wartehalle zu verscheuchen und die Türen zu verschließen. Ich schnappe mir diesen Bahner: "Woo iiist mein Fahrrad???"
Der gibt mir zu verstehen, das das von der Bahnpolizei verhaftet wurde, die irgendwo dahinten um die Ecke ihren Zellentrakt haben. Schleunigst stürze ich um diese Ecke und ranze den dortigen Beamten an: "Iiieehr habt mein Fahrrad."
Der entgegnet: "Haben sie denn schon eine Anzeige aufgegeben."
Etwas verärgerter wiederhole ich: "Iieehr haaaabt meeeiiin Faahrraaaad!!!"
Mit sichtlichem Vergnügen, versucht der Polizist mich über Fahrraddiebstähle und so weiter zu belehren. Gelassen lasse ich die Prozedur über mich ergehen, ich will nur mein Rad zurück.
Schließlich stehe ich wieder mit Rad auf dem Bahnsteig. Der Bahnhof ist mittlerweile komplett verrammelt und es ist schweinekalt in Deutschland. "Nur noch 4h bis zum nächsten Zug, kann ja nicht so schwer sein." murmele ich in mich hinein, während ich auf dem Bahnsteig Warmmachübungen vollziehe. 2 Stunden später steht dann plötzlich ein Bahnarbeiter vor mir, der mir hilfsbereit den Weg zu einer Bahnhofsmission weist, in der man mit gültigem Ticket auf den nächsten Zug warten kann.
Gegen 4.30 Uhr gehts dann endlich weiter, nur noch 2mal umsteigen und ich bin um 11Uhr nach 24h Bahnabenteuer endlich heim.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Tag 23





Tag 23, Mittwoch-03.10.2012


Uff, das war ein anstrengender Tag heute, anstrengender als Radfahren. Mit dem Rad auf die Insel zu kommen, ist schon nicht ganz einfach.
Dort besorge ich mir ein 12h Ticket für die Wasserbusse hier. So komme ich relativ schnell zur San Marco Placa, nur Bilder schießen vom Boot ist um die Zeit noch völlig unmöglich, ich stehe eingekeilt irgendwo in der Mitte, des völlig überfüllten Kahns.
Der San Marco Platz ist schon überwältigend. Es ist alles voller Touristen, Unmengen. Ich habe mir am Vortag eine Route zurechtgelegt, die ich ablaufen will, da ist auch eine Gondelüberfahrt über den Canale Grande dabei, die man an einer Stelle für günstige 50Cent kriegt.
Am Anfang klappt das noch ganz gut mit Route ablaufen, aber irgendwann geht mir dann die Übersicht verloren und ich lasse mich vom Touristenstrom treiben.
Es fehlt irgendwo eine ruhige Ecke, überall Touristen, Klick, klick ,klick alles schon tausendfach abfotografiert. Ich suche mir eine etwas abgelegene  Stelle am Kanal und lasse die Beine erstmal baumeln. Heute abend wenn es etwas ruhiger geworden ist, werde ich nochmal eine Runde drehen.
Und so ist es dann auch. Abends verstrahlt der San Marco Platz seinen besonderen Charme. Auf der Piazza spielen kleine Bands, viel weniger Touristen, jetzt kann man die Seele hier ein bißchen baumeln lassen und die Atmosphere genießen. Tagsüber ist Venedig ganz schön anstrengend,
Man will zuviel auf einmal sehen und läuft überall vorbei und macht klick, klick, klick. Erst abends finde ich die Ruhe die Atmosphere hier zu genießen.
Insgesamt ein guter Abschluß der Reise, obwohl ich Venedig erstmal verdauen muß.
Morgen gehts dann mit der Bahn heim, mir grauts jetzt schon.
Also bis denne.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Tag 22

Tag 22, Dienstag-02.10.2012





Ich bin angekommen am Endpunkt meiner Reise in Venedig. Mein Bike steht abgesattelt unten um die Ecke. Es hat mich gut hierher getragen über knapp 1200km.
Ich sitze auf der Terasse meines Hotels in Vendig-Mestre nur einen Katzensprung entfernt von der historischen Insel.
Der Tag heute früh ging los mit einer wie immer schnellen Besichtigung von Bassano del Grappa. Dabei lasse ich mir natürlich die Holzbrücke "Ponte degli Alpini" über die Brenta nicht entgehen. Wohl das Wahrzeichen der Stadt. Diese Brücke ist schon im 13.Jahrhundert entstanden und später erneuert worden.
Zu einem Grappa kommt es dann nicht mehr, muß ja noch fahren.
Für die Strecke nach Venedig suche ich mir heute kleine Nebenstraßen vorbei an Castelfranco bis Venedig-Mestre. Die ganze Strecke ist eigentlich fast durchweg besiedelt, ein Ort geht fließend in den nächsten über.
Insgesamt nichts besonders Sehenswertes auf der Strecke, so sind die fast 80km schnell abgeradelt.
 Das Chaos geht dann in Venedig los. Einmal falsch abgebogen und ich bin auf einer 6-spurigen Schnellstraße via Venecia. Sch... . Schleunigst mache ich mich von der Straße, das dumme ist nur, der einzige Weg zurück, ist auf der anderen Seite der Straße, 6 Spuren entfernt auf denen ein verdammter Verkehr rollt.
Irgendwie schaffe ich es dann doch zurück und lasse mich von meinem Navi auf den einzigen noch offenen Campingplatz navigieren, den ich nach langem Suchen im Internet stolz gefunden habe. Nur da ist nichts, auch Anwohner zucken nur die Schultern. Also doch Hotel, das kann teuer werden hier.
Aber mit ein bißchen Glück finde ich dann doch noch was erschwingliches, Hotel Guidi. Der Hotelier spricht gut englisch, so bin ich dann doch noch glücklich und zufrieden hier angekommen. Der Hotelier erzählt mir gleich das die Busfahrer hier streiken, also gar nicht so schlecht mit Fahrrad hier zu sein.
Ansonsten wirklich empfehlenswert das Hotel, am Rande von Mestre, zur Insel von Venedig ist es wirklich nur ein Katzensprung, ein Park ist gleich um die Ecke und auf der Terasse des Hotels hier kann man internationale Bekanntschaften schließen.

Montag, 1. Oktober 2012

Tag 20 und 21

Tag 20, Sonntag-30.09.2012





Der Himmel ist zwar zugehangen, aber es regnet noch nicht. So geht es früh ertsmal los. Ich mache mich also schleunigst in die Spur. Komme aber nicht weit. Nach einer Stunde regnet es wieder Blasen. Ich suche in einem Tunnel auf der Strecke Schutz und bleibe erstmal bis mittag hier, dann beruhigt sich das Wetter etwas und es nieselt nur noch. Also weiter. Die Sicht ist äußerst bescheiden heute. Andere Radfahrer habe ich schon seit 2 Tagen nicht mehr gesehen. Das ist auch wirklich ein Wetter, wo man keinen Hund vor die Tür jagt.
Bis Calalzo ist der Radweg wirklich gut ausgeschildert und verläuft größtenteils auf der Trasse der alten ehemaligen Dolomitenbahn.
So durchquert man mehrere Tunnel und fährt an alten Bahnstationen vorbei.

Ab Calalzo habe ich dann aber Schwierigkeiten den Hinweisschildern zu folgen, die großteils einfach fehlen. So fahre ich wieder viel Staatsstraße.

Man kann das Panaramma der Berge heute nur erahnen, vieles ist im Dunst verschluckt. Bis kurz hinter Belluno komme ich heute, dann ziehen wieder dicke Wolken auf, gerade noch rechtzeitig kann ich mich in ein Hotel am Straßenrand flüchten.
So werden es nur 77km heute, obwohl ich noch 2h Zeit hätte zum radeln.

 

 

 

 

 

 

 

Tag 21, Montag-01.10.2012



Es hat die ganze Nacht geregnet. Warum gehen eigentlich in italienischen Hotels bei diesem Scheißwetter die Heizungen nicht, überdies hatte ich diese Nacht eine Bettdecke , die so dünn war, das man fast durchgucken konnte, ohne meinen Schlafsack hätte ich Frostbeulen gekriegt.
Aber der Gipfel ist das Frühstück heute, 3 Scheiben Weißbreit und Marmelade dazu, das wars. Unter Einsatz meines gesamten sprachlichen Könnens, kriege ich noch einen Orangenjuice dazu.
Wenn ihr jemals nach Belluno kommt, meidet dieses Hotel.
Der Himmel ist wieder fast vollkommen bedeckt, bis auf einen kleinen blauen Flecken in Richtung Südwest. Dort muß Bassano del Grappa liegen. Mein Entschluß für einen Umweg nach Bassano steht schnell fest.
Schon der Nachname dieser Stadt klingt verlockend (Grappa). So geht die Jagd nach dem kleinen blauen Flecken heute los, wie sich herausstellt eine wirklich gute Entscheidung.
Die Staatsstraße die nach Bassano abzweigt, hat einen 2m Seitenstreifen auf dem ich wunderbar entlang brausen kann.
Es geht durch 2 kleine Tunnels, welche keinen Seitenstreifen mehr haben und relativ dunkel sind, also schnell durch.
Dann kommt ein 3. Tunnel, rabenschwarz und mit 3km Länge beschriftet. In diesen Höllenschlund fahre ich nicht!!! Auf der Karte finde ich eine kleine Nebenstraße eingezeichnet, an der ich gerade vorbei gebraust bin.
Diese führt direkt durch das Tal der Brenta nach Bassano. Also auf dorthin. Der nächste Glücksgriff heute. Zunächst geht es in Serpentinen bergan. Auf dem Gipfel öffnet sich vor mir das Tal der Brenta. Ein wirklich zauberhaftes Tal. Nach einer Abfahrt an Felshängen vorbei, an denen das

Wasser heruntersprudelt, bin ich unten von einem grandiosen Bergpanorama umgeben.
In Cismon del Grappa ist dann allerdings erstmal Schluß. Alle Abfahrten enden hier auf der Autobahn, da will ich nun wirklich nicht langfahren.
Auf meiner Karte ist aber eine Straße eingezeichnet, die bis Bassano führt. Nach 3maliger Durchquerung des Ortes und der Hilfe mehrerer Einheimischer finde ich dann endlich einen kleinen Fußweg abzweigen, der über einen Tunnel unter der Autobahn und eine kleine Fußgängerbrücke auf die andere Seite der Brenta führt, hier geht eine kleine Straße dann bis Bassano weiter.
Das war weder mit GPS noch mit Karte zu finden.
Die Orte an denen ich hier vorbeiradle sind wirklich malerisch in diesem vom Tourismus fast vergessennen Tal. Ein echter Geheimtip.
Nach 80km komme ich in Bassano del Grappa an und das völlig regenfrei. Eine größere Stadtbesichtigung muß ich allerdings auf morgen verschieben, weil jetzt regnet es doch wieder.

Samstag, 29. September 2012

Tag 19

Tag 19, Samstag-29.09.2012





Schmuddelwetter. Der Himmel ist zugehangen und es nieselt. Die Berge sind eingehüllt in Nebelschwaden, so tauche ich heute ein in die Zauberwelt der Dolomiten. Die ersten 18km geht es mit 3 bis 7% bergan, keine Schwierigkeit mehr. Der Radweg besteht aus einer geschlämmten Kiesdecke, die bei dem Wetter allerdings völlig aufgeweicht ist. So nutze ich bis zum Gipfel lieber die Straße, die relativ parallel verläuft und wo wenig Verkehr ist.
Trotz der schlechten Sicht heute, bieten die in Nebeln eingehüllten Dolomiten einen überwältigenden Anblick.
Das kenne ich aus den Rockys schon, man möchte an jeder Ecke anhalten und Bilder schiessen.
Ab dem Gipfel entschließe ich mich wieder auf den Fahrradweg zu wechseln. Ab jetzt geht es nur noch abwärts, 120km bis ins italienische Tiefland, was für ein Spass.
In Cortina D´Ampezzo verwandelt sich der Nieselregen in strömenden Regen. Die Berge sind jetzt völlig im Dunst verschwunden, kein Fotowetter mehr.
Ich entschließe mich mit Regenkleidung weiterzufahren. Die Kiesdecke des Fahrradweges wird jetzt zur echten Gefahr, mehrmals kommt mein Rad ins schwimmen, geht aber alles noch gut.
Meine Regenkleidung hält dicht, dumm ist nur das meine Schuhe von oben vollgelaufen sind, meine Socken sind patschnass und ich trete im wahrsten Sinne des Wortes Wasser. Bei dem kalten Wetter kein Spass. 10km hinter Cortina nehme ich deshalb das erstbeste Hotel, so werden es heute nur 45km. Irgendwie muß ich die Schuhe bis morgen wieder trocken kriegen. Hoffentlich wird das Wetter ein bißchen besser, sonst fahre ich hier durch die schönsten Berge ohne etwas zu sehen.

Freitag, 28. September 2012

Tag 18

Tag 18, Freitag-28.09.2012





Irrtum vom Amt. Ich bin gestern dann doch nicht in Sterzing angekommen, sondern in einem Ort vor Sterzing. So habe ich bis Sterzing heute noch 10km, die es meist bergab geht. Sterzing ist ein kleiner Ort,
mit einer wirklich sehenswerten Altstadt. Nach einer Stunde mache ich mich aber weiter auf den Weg das Eisacktal weiter runter bis Brixen. Brixen streife ich aber nur im Norden, ein kurzer Blick auf die Franzensfeste und dann biege ich ab auf den Pustertalradweg.
Ab jetzt gehts wieder bergauf, aber nicht so schlimm wie ich an Hand des Höhenprofils gedacht hatte. Die Radwege hier sind alle aus Asphalt, stellenweise muß man leider die Straße benutzen, was im Falle der Hauptstraße nicht angenehm ist, da hier wirklich viel Verkehr ist
und man als Radfahrer auf Grund der Leitplanken keine Auweichchance hat, kann man nur hoffen, das die Autofahrer aufpassen und schnellstens durchbrausen.
Größtenteils ist der Radweg aber wirklich schön.

In Bruneck komme ich dann am Nachmittag nach 70km an. Zur Stadtbesichtigung ist leider wenig Zeit, da von meinem GPS-Gerät das Ladekabel unterwegs den Geist aufgegeben hat, so versuche ich hier Ersatz zu finden, was mir dann auch teilweise gelingt. Leider bekomme ich hier nur ein Netzkabel zum Aufladen, bisher konnte ich das GPS immer von Nabendynamo speisen, aber das richtige Kabel dafür kriege ich wohl erst wieder zu hause.
So werde ich mein GPS in Zukunft wohl sparsamer einsetzen müssen.
Da es mittlerweile schon abend ist, entschließe ich mich die restlichen 30km des Pustertals bis Toblach mit dem Zug zu fahren.
Toblach ist voll auf Tourismus eingestellt, hier steht Hotel an Hotel. Der Ort gibt aber ein prächtiges Bild ab vor dem Panorama der Dolomiten.
Von hier kann ich dann morgen auf den Dolomitenradweg starten. Leider ist für die nächsten Tage schlechtes Wetter angesagt, mal schauen wie das in den Bergen oben dann wird.

Donnerstag, 27. September 2012

Tag 17

Tag 17, Donnerstag-27.09.2012





Es regnet, regnet, regnet, die ganze Nacht schon und kein Ende in Sicht. Was solls, ich muß bis Innsbruck. Das sind nur noch 45km. Den Radweg habe ich heute für mich allein. Die ganzen Schönwetterradler mit ihren Minirucksäcken sind verschwunden. Nach 15min bin ich und das Fahrrad völlig eingesaut von oben bis unten.
Wenn man sowieso schon dreckig ist, machts erst richtig Spaß durch die Pfützen zu brettern. So komme ich dann in Innsbruck an.
Da der Regen dann doch in Innsbruck aufhört, kann ich die eingesauten Regenklamotten dann schnell entsorgen. Zuerst gefällt mir Innsbruck nicht so richtig, bis ich dann auf meinem Streifzug auf die Gassen der Altstadt stoße. Wow! Die prächtigen und bunten, teilweise bemalten Bürgerhäuser beeindrucken. Innsbruck hat erst spät im Mittelalter Bedeutung erhalten, vorher war es nur ein kleines Provinznest.
So prägen vor allem Häuser im Barock und Rokoko Stil das Stadtbild.

Für mich gehts am Nachmittag aber weiter, ich will noch zum Brenner hoch. Mit Bahn und Bus (Schienenersatzverkehr) ist das dann schnell geschafft. Bloß gut das ich nicht versucht habe, das zu radeln, Anstiege ohne Ende.

Gegen 17Uhr komme ich auf dem Brenner an, noch ein bißchen Zeit zum Radeln. Hier ist es schon merklich kühler als im Inntal unten. Für mich beginnt jetzt eine sagenhafte 20km Abfahrt auf der Fahrradautobahn hier nach Sterzing. Der Ausblick dabei ist gigantisch, links von mir verläuft die aufgeständerte Straße ins Tal, während mein Radweg am Hang durch mehrere Tunnel verläuft. So macht Radfahren Spaß. In Sterzing ist dann schnell eine Pension gefunden. Reicht für heute.

Mittwoch, 26. September 2012

Tag 16

Tag 16, Mittwoch-26.09.2012





Die 10km bis Rosenheim sind frühs schnell abgeradelt. Durch Rosenheim fahre ich nur durch, ich will schleunigst in die Alpen. Hinter Rosenheim kriege ich dann Gegenwind, keine Ahnung ob das mit dem Alpenföhn zusammenhängt. Auf der Dammkrone neben dem Inn so ungeschützt dem Wind ausgesetzt, ist jedenfalls verdammt anstrengend zu fahren, so suche ich mir möglichst kleine Straßen neben dem Inn.
20km hinter Rosenheim fahre ich dann am Fuße der ersten Alpenberge entlang. Beeindruckendes Panorama zum Radeln.
Nach ca. 50km komme ich in Kufstein an. Bekannt wohl vor allem für die Festung. Von der Altstadt von Kufstein ist leider nicht mehr so sehr viel zu sehen, Folge der militärischen Vergangenheit der Stadt und mehreren Kriegen. Ein paar Gassen
sind aber trotzdem sehenswert.
Während es heute bis hierhin relativ kühl war, ist es jetzt auffallend warm hier auch abends noch (Alpenföhn?)

In Kufstein sind wieder jede Menge Touristen unterwegs.
Für mich gehts nach Mittagspause jedenfalls weiter. Die meisten Radfahrer die mir hier entgegenkommen, sind nur mit Minirucksäcken ausgerüstet, in denen selbst `ne Zahnbürste Platzangst kriegen würde.
Trotz Gegenwind komme ich heute gut vorran. Ich bin mittlerweile beidseitig von Bergen umgeben, durch die man hier relativ gemütlich am Inn rollen kann.
Eins trübt die ganze Idylle, das sind die Autobahn und Bundesstraße die hier ebenfalls am Inn durchs Tal führen und wirklich einen erbärmlichen nervigen Lärm verursachen.


Nach 95km erreiche ich Jendorf, wo ich in das einzig vorhandene Hotel einchecke. Kein Bock noch km weit nach billigeren Alternativen zu suchen.

Dienstag, 25. September 2012

Tag 15

Tag 15, Dienstag-25.09.2012





Endlich mal blauer Himmel heute. Das steigert die Laune enorm.
Die ersten 10km nach ein paar Radeltagen sind immer die schwierigsten. Die Beine noch ausgelaugt glaubt man keine Steigung mehr hochzukommen, bis die Beine dann warmgeradelt sind. Die ersten 25km heute laufen immer in Innnähe und sind deshalb schnell abgeradelt. Danach biegt der Radweg allerdings ins Innland ab. Das heißt es geht wieder ständig hoch und runter, zu allem Überfluß habe ich das Gefühl hier im Zick-Zack Kurs langgeschickt zu werden. Ganz schön anstrengend, nachdem die letzten 2 Tage relativ eben am Inn verliefen. Trotzdem sind die Bauerngehöfte und Almen hier wirklich idyllisch.
Nach 50km erreiche ich Wasserburg, eine der geschichtsträchtigsten Städte Bayerns. Auch die Lage ist extravagant, in einer Innschleife liegt die Altstadt auf einer Halbinsel. Wieder mal eine Stadt die durch den Salzhandel im Mittelalter reich geworden ist.
Die Altstadt beeindruckt mich noch mehr als Burghausen, wirklich malerisch.
Entsprechend viele Touristen sind hier unterwegs.
Die Innenstadt besteht größtenteils aus Cafes und Restaurants.
Leider habe ich nicht mehr Zeit als für eine schnelle oberflächliche Besichtigung.
Bei dem guten Wetter heute muß ich noch ein paar km schaffen. Mittlerweile habe ich die Alpen am Horizont als immer näher rückendes Panorama vor mir. Ca 15km hinter Wasserburg verläuft der Radweg dann endlich wieder in Innnähe. Gott sei Dank, so kann ich wenigstens noch ein paar km entspannt radeln.
Nach 75km komme ich dann in Schechen kurz vor Rosenheim an.
Hier gibt es einen der seltenen Campingplätze. Leider stellt sich raus, das der schon seit Mitte September zu hat. Daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Zum Glück gibts im Ort aber ein Gasthaus mit Zimmern.

Montag, 24. September 2012

Tag 14

Tag 14, Montag-24.09.2012





Ich habe mich heute zu einem Umweg entschlossen, da Burghausen nicht weit von meiner Route entfernt ist, fahre ich heute einen 20km Umweg. Das heißt es geht früh erstmal auf Asphalt los, so erreiche ich Burghausen an der Salzach nach 20km recht schnell.
Der Umweg hat sich wirklich gelohnt. Hier gibt es Deutschlands größte Burganlage zu bewundern, ca. 1km lang. Gegenüber dem Crac des chevaliers in Syrien ist diese Burg zwar immer noch niedlich, aber trotzdem sehenswert. Die Burg besteht aus einer Hauptburg, in der wirklich echtes Mittelalter Feeling aufkommt und ansonsten Burgmauern und ein paar Tore die sich über 1km entlang strecken. Auch die Altstadt von Burghausen ist äußerst sehenswert, da die Stadt im frühen Mittelalter ein Monopol auf den Salzhandel hatte, ist hier eine Menge Geld auch in der alten Bausubstanz stecken geblieben. Hier finde ich auch einen neuen Mitfahrer (siehe Bild).
Danach geht es wieder zurück an den Inn, das heißt erstmal nach Marktl. Hier fallen mir Hinweisschilder auf irgendein Geburtshaus auf. Erst später fällt mir ein, das der Pabst von hier stammt. Also nichts verpaßt.

Am Inn fahre ich heute größtenteils auf einem mit Kies befestigten Dammweg entlang. Das Rad rollt hier zwar nicht so gut wie auf Asphalt, aber es macht Spaß so mit Blick auf den Inn entlang zu rollen, der hier wirklich sehenswert ist.

Ca. 10km vor Mühldorf ist dann Schluß mit Schönwetterradeln. Ich kann gerade noch meine Regenklamotten rauszerren, als auch schon ein wahrer Platzregen runterkommt. Bis Mühldorf komme ich noch, wo ich mir schleunigst eine Pension suche.

Sonntag, 23. September 2012

Tag 9 bis Tag 13

Tag 09, Samstag-08.09.2012




Die ersten km auf dem Rad fallen mir heut extrem schwer. Zu allem Überfluß hab ich noch böigen Gegenwind. Ich beschließe den nächsten Campingplatz anzufahren und übers Wochenende erstmal die Beine baumeln zu lassen. Also visiere ich Flößenbürg an. Der direkte Weg ist mir allerdings verwehrt, Umleitung. So wird doch noch ein halber Radeltag daraus. Nach 45 km komme ich in Flößenburg, der Stadt des Granits an. Der Campingplatz ist etwas außerhalb am Geisweiher echt idyllisch gelegen.
Ich sclage mein Zelt direkt am See auf. Genau der richtige Platz um mich zu regenerieren. Nach ausgiebigem Bad in See und Sonne gehts dann in die Gastwirtschaft am See. Auf der Terasse mit Seeblick kann man sichs hier gut gehen lassen.
Ein echter Geheimtip der Weiher hier. MMit dem Gastwirt komme ich schnell ins Gespräch. Er stammt ursprünglich aus Dresden und ist 84 ausgewandert und dann irgendwann hier hängen geblieben. Er erzählt mir das die Oberpfalz hier das "Armenhaus" von Bayern ist. Hier kann man ganze Häuser für 300 bis 400 Euro mieten.
Für sein Restaurantmit dazugehörigem Appartment bezahlt er jedenfalls nicht mehr. Mir fällt da ein, was ich dafür im schweinereichen Weimar mit Ausblick auf die Ebertstraße kriege.


Tag 10, Sonntag-09.09.2012


Pause, Pause, Pause

Tag 11, Montag-10.09.2012



Ich hab beschlossen mit weniger Gepäck zu fahren. Das heißt ich fahre heute ca.30km nach Weiden um erstmal mit dem Zug heimwärts zu fahren und dort ein paar Kilo über Bord zu schmeißen. Auf dem Weg nach Weiden stoße ich auf einen Fahrradweg der bis nach Nürnberg führt und hier auf einer ehemaligen Bahntrasse langführt.
Das heißt keine Steigung über 3%, so kommt man natürlich schnell vorwärts.
Fortsetzung folgt...



Tag 12, Samstag-22.09.2012




Heute geht die Reise weiter. Ursprünglich wollte ich meine Zeltausrüstung zu hause lassen. Hab mir dann aber doch ein kleineres und leichteres Zelt zum Weiterreisen besorgt.
Heute früh ging es dann mit der Bahn wieder zurück nach Bayern, das heißt ich springe heute gleich nach Passau mit 5x umsteigen, da mit Fahrrad, das kann nicht gutgehen.
So ist es dann auch, ich verpasse den Anschlußzug in Lichtenfels. Aber 18 Uhr komme ich dann in Passau an nach 9h Fahrzeit. Ich will gar nicht an meine Heimreise mit der Bahn denken.
Passau hat es mir gleich angetan. Eine wirklich schöne Stadt, die natürlich vom Zusammenfluß 3er Flüsse hier profitiert. Hier münden die Ilz und der Inn in die Donau.

Mein Campingplatz liegt nicht weit vom Bahnhof an der Ilz. Und es sind tatsächlich ein paar Zelte mit Fahrrädern dort.
Auf meinen bisherigen Campingplätzen hab ich nur einen Radler getroffen. Hier sind gleich 5. Zwei davon, die schon länger hier sind, sind fast abesoffen in ihren Zelten, bis heute nachmittag hat es hier geregnet. Und selbst jetzt ist die Luftfeuchte so hoch, das meine Zeltaußensete nach 1h klatschnaß ist. Mit 2 der Radler komme ich abends bei einer Flasche Wein gut ins Gespräch. Beide sind über 60.
Der eine kommt aus Apolda und ist überall mit dem Rad unterwegs, er hat jetzt auch schon wieder 2500km zurückgelegt. War auch schon am Nordkap mit dem Rad (7600km!) und kennt die Radlegenden
Axel Brümmer und Peter Glöckner aus Saalfeld persönlich und war mit diesen auch schon auf ihre Expedition mit einer Dschunke vor Hongkong unterwegs. Ein echtes Unikum.
Die andere kommt aus Australien und ist hier in Deutschland auch schon 1000km abgefahren. Wow da bin ich gleich auf die richtigen Experten getroffen.
Der Abend vergeht jedenfalls schnell bei angeregten Gesprächen.

Tag 13, Sonntag-23.09.2012



So heute geht es wieder aufs Rad. Das heißt erstmal Frühstück organisieren, was Sonntags hier gar nicht so leicht ist.
Noch schnell ein paar Aufnahmen von Passau gemacht, hier komme ich bestimmt nochmal her wirklich schön hier, und dann gehts los.
Nachdem ich dann 4km aus Passau rausgeradelt bin komme ich an ein Schild das die österreichische Seite des Radwegs bis Schärding gesperrt ist, man solle doch die deutsche Seite nutzen. Wie jetzt?, soll ich darüber schwimmen oder was?
Also zurück nach Passau wo die nächste Brücke ist, das geht ja gut los. Insgesamt muß man aber sagen ist der Radweg wirklich gut ausgebaut und auch ausgeschildert.

Der Belag wechselt ständig von Asphalt zu befestigtem Waldweg. Nennenswerte Steigungen gibt es keine. So kommt man ganz gut voran. Es geht an einigen Burgen und Klöstern vorbei. Eine wirklich schöne Strecke.
Das Quitschen wird übrigens immer schlimmer, ich versteh´s jedenfalls nicht. Wahrscheinlich ist es österreichisch, die Ösis gucken mich jedenfalls immer so blöde an.

Kurz vor Schärding komme ich mit einem anderen Radler ins Gespräch, wie sich herausstellt ein Saalfelder. Der nächste Thüringer, und ich dachte ich bin aus Thüringen schon raus.
Nach 75km hab ich dann genug heute, in Braunau suche ich mir heute eine Pension.