Samstag, 29. September 2012

Tag 19

Tag 19, Samstag-29.09.2012





Schmuddelwetter. Der Himmel ist zugehangen und es nieselt. Die Berge sind eingehüllt in Nebelschwaden, so tauche ich heute ein in die Zauberwelt der Dolomiten. Die ersten 18km geht es mit 3 bis 7% bergan, keine Schwierigkeit mehr. Der Radweg besteht aus einer geschlämmten Kiesdecke, die bei dem Wetter allerdings völlig aufgeweicht ist. So nutze ich bis zum Gipfel lieber die Straße, die relativ parallel verläuft und wo wenig Verkehr ist.
Trotz der schlechten Sicht heute, bieten die in Nebeln eingehüllten Dolomiten einen überwältigenden Anblick.
Das kenne ich aus den Rockys schon, man möchte an jeder Ecke anhalten und Bilder schiessen.
Ab dem Gipfel entschließe ich mich wieder auf den Fahrradweg zu wechseln. Ab jetzt geht es nur noch abwärts, 120km bis ins italienische Tiefland, was für ein Spass.
In Cortina D´Ampezzo verwandelt sich der Nieselregen in strömenden Regen. Die Berge sind jetzt völlig im Dunst verschwunden, kein Fotowetter mehr.
Ich entschließe mich mit Regenkleidung weiterzufahren. Die Kiesdecke des Fahrradweges wird jetzt zur echten Gefahr, mehrmals kommt mein Rad ins schwimmen, geht aber alles noch gut.
Meine Regenkleidung hält dicht, dumm ist nur das meine Schuhe von oben vollgelaufen sind, meine Socken sind patschnass und ich trete im wahrsten Sinne des Wortes Wasser. Bei dem kalten Wetter kein Spass. 10km hinter Cortina nehme ich deshalb das erstbeste Hotel, so werden es heute nur 45km. Irgendwie muß ich die Schuhe bis morgen wieder trocken kriegen. Hoffentlich wird das Wetter ein bißchen besser, sonst fahre ich hier durch die schönsten Berge ohne etwas zu sehen.

Freitag, 28. September 2012

Tag 18

Tag 18, Freitag-28.09.2012





Irrtum vom Amt. Ich bin gestern dann doch nicht in Sterzing angekommen, sondern in einem Ort vor Sterzing. So habe ich bis Sterzing heute noch 10km, die es meist bergab geht. Sterzing ist ein kleiner Ort,
mit einer wirklich sehenswerten Altstadt. Nach einer Stunde mache ich mich aber weiter auf den Weg das Eisacktal weiter runter bis Brixen. Brixen streife ich aber nur im Norden, ein kurzer Blick auf die Franzensfeste und dann biege ich ab auf den Pustertalradweg.
Ab jetzt gehts wieder bergauf, aber nicht so schlimm wie ich an Hand des Höhenprofils gedacht hatte. Die Radwege hier sind alle aus Asphalt, stellenweise muß man leider die Straße benutzen, was im Falle der Hauptstraße nicht angenehm ist, da hier wirklich viel Verkehr ist
und man als Radfahrer auf Grund der Leitplanken keine Auweichchance hat, kann man nur hoffen, das die Autofahrer aufpassen und schnellstens durchbrausen.
Größtenteils ist der Radweg aber wirklich schön.

In Bruneck komme ich dann am Nachmittag nach 70km an. Zur Stadtbesichtigung ist leider wenig Zeit, da von meinem GPS-Gerät das Ladekabel unterwegs den Geist aufgegeben hat, so versuche ich hier Ersatz zu finden, was mir dann auch teilweise gelingt. Leider bekomme ich hier nur ein Netzkabel zum Aufladen, bisher konnte ich das GPS immer von Nabendynamo speisen, aber das richtige Kabel dafür kriege ich wohl erst wieder zu hause.
So werde ich mein GPS in Zukunft wohl sparsamer einsetzen müssen.
Da es mittlerweile schon abend ist, entschließe ich mich die restlichen 30km des Pustertals bis Toblach mit dem Zug zu fahren.
Toblach ist voll auf Tourismus eingestellt, hier steht Hotel an Hotel. Der Ort gibt aber ein prächtiges Bild ab vor dem Panorama der Dolomiten.
Von hier kann ich dann morgen auf den Dolomitenradweg starten. Leider ist für die nächsten Tage schlechtes Wetter angesagt, mal schauen wie das in den Bergen oben dann wird.

Donnerstag, 27. September 2012

Tag 17

Tag 17, Donnerstag-27.09.2012





Es regnet, regnet, regnet, die ganze Nacht schon und kein Ende in Sicht. Was solls, ich muß bis Innsbruck. Das sind nur noch 45km. Den Radweg habe ich heute für mich allein. Die ganzen Schönwetterradler mit ihren Minirucksäcken sind verschwunden. Nach 15min bin ich und das Fahrrad völlig eingesaut von oben bis unten.
Wenn man sowieso schon dreckig ist, machts erst richtig Spaß durch die Pfützen zu brettern. So komme ich dann in Innsbruck an.
Da der Regen dann doch in Innsbruck aufhört, kann ich die eingesauten Regenklamotten dann schnell entsorgen. Zuerst gefällt mir Innsbruck nicht so richtig, bis ich dann auf meinem Streifzug auf die Gassen der Altstadt stoße. Wow! Die prächtigen und bunten, teilweise bemalten Bürgerhäuser beeindrucken. Innsbruck hat erst spät im Mittelalter Bedeutung erhalten, vorher war es nur ein kleines Provinznest.
So prägen vor allem Häuser im Barock und Rokoko Stil das Stadtbild.

Für mich gehts am Nachmittag aber weiter, ich will noch zum Brenner hoch. Mit Bahn und Bus (Schienenersatzverkehr) ist das dann schnell geschafft. Bloß gut das ich nicht versucht habe, das zu radeln, Anstiege ohne Ende.

Gegen 17Uhr komme ich auf dem Brenner an, noch ein bißchen Zeit zum Radeln. Hier ist es schon merklich kühler als im Inntal unten. Für mich beginnt jetzt eine sagenhafte 20km Abfahrt auf der Fahrradautobahn hier nach Sterzing. Der Ausblick dabei ist gigantisch, links von mir verläuft die aufgeständerte Straße ins Tal, während mein Radweg am Hang durch mehrere Tunnel verläuft. So macht Radfahren Spaß. In Sterzing ist dann schnell eine Pension gefunden. Reicht für heute.

Mittwoch, 26. September 2012

Tag 16

Tag 16, Mittwoch-26.09.2012





Die 10km bis Rosenheim sind frühs schnell abgeradelt. Durch Rosenheim fahre ich nur durch, ich will schleunigst in die Alpen. Hinter Rosenheim kriege ich dann Gegenwind, keine Ahnung ob das mit dem Alpenföhn zusammenhängt. Auf der Dammkrone neben dem Inn so ungeschützt dem Wind ausgesetzt, ist jedenfalls verdammt anstrengend zu fahren, so suche ich mir möglichst kleine Straßen neben dem Inn.
20km hinter Rosenheim fahre ich dann am Fuße der ersten Alpenberge entlang. Beeindruckendes Panorama zum Radeln.
Nach ca. 50km komme ich in Kufstein an. Bekannt wohl vor allem für die Festung. Von der Altstadt von Kufstein ist leider nicht mehr so sehr viel zu sehen, Folge der militärischen Vergangenheit der Stadt und mehreren Kriegen. Ein paar Gassen
sind aber trotzdem sehenswert.
Während es heute bis hierhin relativ kühl war, ist es jetzt auffallend warm hier auch abends noch (Alpenföhn?)

In Kufstein sind wieder jede Menge Touristen unterwegs.
Für mich gehts nach Mittagspause jedenfalls weiter. Die meisten Radfahrer die mir hier entgegenkommen, sind nur mit Minirucksäcken ausgerüstet, in denen selbst `ne Zahnbürste Platzangst kriegen würde.
Trotz Gegenwind komme ich heute gut vorran. Ich bin mittlerweile beidseitig von Bergen umgeben, durch die man hier relativ gemütlich am Inn rollen kann.
Eins trübt die ganze Idylle, das sind die Autobahn und Bundesstraße die hier ebenfalls am Inn durchs Tal führen und wirklich einen erbärmlichen nervigen Lärm verursachen.


Nach 95km erreiche ich Jendorf, wo ich in das einzig vorhandene Hotel einchecke. Kein Bock noch km weit nach billigeren Alternativen zu suchen.

Dienstag, 25. September 2012

Tag 15

Tag 15, Dienstag-25.09.2012





Endlich mal blauer Himmel heute. Das steigert die Laune enorm.
Die ersten 10km nach ein paar Radeltagen sind immer die schwierigsten. Die Beine noch ausgelaugt glaubt man keine Steigung mehr hochzukommen, bis die Beine dann warmgeradelt sind. Die ersten 25km heute laufen immer in Innnähe und sind deshalb schnell abgeradelt. Danach biegt der Radweg allerdings ins Innland ab. Das heißt es geht wieder ständig hoch und runter, zu allem Überfluß habe ich das Gefühl hier im Zick-Zack Kurs langgeschickt zu werden. Ganz schön anstrengend, nachdem die letzten 2 Tage relativ eben am Inn verliefen. Trotzdem sind die Bauerngehöfte und Almen hier wirklich idyllisch.
Nach 50km erreiche ich Wasserburg, eine der geschichtsträchtigsten Städte Bayerns. Auch die Lage ist extravagant, in einer Innschleife liegt die Altstadt auf einer Halbinsel. Wieder mal eine Stadt die durch den Salzhandel im Mittelalter reich geworden ist.
Die Altstadt beeindruckt mich noch mehr als Burghausen, wirklich malerisch.
Entsprechend viele Touristen sind hier unterwegs.
Die Innenstadt besteht größtenteils aus Cafes und Restaurants.
Leider habe ich nicht mehr Zeit als für eine schnelle oberflächliche Besichtigung.
Bei dem guten Wetter heute muß ich noch ein paar km schaffen. Mittlerweile habe ich die Alpen am Horizont als immer näher rückendes Panorama vor mir. Ca 15km hinter Wasserburg verläuft der Radweg dann endlich wieder in Innnähe. Gott sei Dank, so kann ich wenigstens noch ein paar km entspannt radeln.
Nach 75km komme ich dann in Schechen kurz vor Rosenheim an.
Hier gibt es einen der seltenen Campingplätze. Leider stellt sich raus, das der schon seit Mitte September zu hat. Daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Zum Glück gibts im Ort aber ein Gasthaus mit Zimmern.

Montag, 24. September 2012

Tag 14

Tag 14, Montag-24.09.2012





Ich habe mich heute zu einem Umweg entschlossen, da Burghausen nicht weit von meiner Route entfernt ist, fahre ich heute einen 20km Umweg. Das heißt es geht früh erstmal auf Asphalt los, so erreiche ich Burghausen an der Salzach nach 20km recht schnell.
Der Umweg hat sich wirklich gelohnt. Hier gibt es Deutschlands größte Burganlage zu bewundern, ca. 1km lang. Gegenüber dem Crac des chevaliers in Syrien ist diese Burg zwar immer noch niedlich, aber trotzdem sehenswert. Die Burg besteht aus einer Hauptburg, in der wirklich echtes Mittelalter Feeling aufkommt und ansonsten Burgmauern und ein paar Tore die sich über 1km entlang strecken. Auch die Altstadt von Burghausen ist äußerst sehenswert, da die Stadt im frühen Mittelalter ein Monopol auf den Salzhandel hatte, ist hier eine Menge Geld auch in der alten Bausubstanz stecken geblieben. Hier finde ich auch einen neuen Mitfahrer (siehe Bild).
Danach geht es wieder zurück an den Inn, das heißt erstmal nach Marktl. Hier fallen mir Hinweisschilder auf irgendein Geburtshaus auf. Erst später fällt mir ein, das der Pabst von hier stammt. Also nichts verpaßt.

Am Inn fahre ich heute größtenteils auf einem mit Kies befestigten Dammweg entlang. Das Rad rollt hier zwar nicht so gut wie auf Asphalt, aber es macht Spaß so mit Blick auf den Inn entlang zu rollen, der hier wirklich sehenswert ist.

Ca. 10km vor Mühldorf ist dann Schluß mit Schönwetterradeln. Ich kann gerade noch meine Regenklamotten rauszerren, als auch schon ein wahrer Platzregen runterkommt. Bis Mühldorf komme ich noch, wo ich mir schleunigst eine Pension suche.

Sonntag, 23. September 2012

Tag 9 bis Tag 13

Tag 09, Samstag-08.09.2012




Die ersten km auf dem Rad fallen mir heut extrem schwer. Zu allem Überfluß hab ich noch böigen Gegenwind. Ich beschließe den nächsten Campingplatz anzufahren und übers Wochenende erstmal die Beine baumeln zu lassen. Also visiere ich Flößenbürg an. Der direkte Weg ist mir allerdings verwehrt, Umleitung. So wird doch noch ein halber Radeltag daraus. Nach 45 km komme ich in Flößenburg, der Stadt des Granits an. Der Campingplatz ist etwas außerhalb am Geisweiher echt idyllisch gelegen.
Ich sclage mein Zelt direkt am See auf. Genau der richtige Platz um mich zu regenerieren. Nach ausgiebigem Bad in See und Sonne gehts dann in die Gastwirtschaft am See. Auf der Terasse mit Seeblick kann man sichs hier gut gehen lassen.
Ein echter Geheimtip der Weiher hier. MMit dem Gastwirt komme ich schnell ins Gespräch. Er stammt ursprünglich aus Dresden und ist 84 ausgewandert und dann irgendwann hier hängen geblieben. Er erzählt mir das die Oberpfalz hier das "Armenhaus" von Bayern ist. Hier kann man ganze Häuser für 300 bis 400 Euro mieten.
Für sein Restaurantmit dazugehörigem Appartment bezahlt er jedenfalls nicht mehr. Mir fällt da ein, was ich dafür im schweinereichen Weimar mit Ausblick auf die Ebertstraße kriege.


Tag 10, Sonntag-09.09.2012


Pause, Pause, Pause

Tag 11, Montag-10.09.2012



Ich hab beschlossen mit weniger Gepäck zu fahren. Das heißt ich fahre heute ca.30km nach Weiden um erstmal mit dem Zug heimwärts zu fahren und dort ein paar Kilo über Bord zu schmeißen. Auf dem Weg nach Weiden stoße ich auf einen Fahrradweg der bis nach Nürnberg führt und hier auf einer ehemaligen Bahntrasse langführt.
Das heißt keine Steigung über 3%, so kommt man natürlich schnell vorwärts.
Fortsetzung folgt...



Tag 12, Samstag-22.09.2012




Heute geht die Reise weiter. Ursprünglich wollte ich meine Zeltausrüstung zu hause lassen. Hab mir dann aber doch ein kleineres und leichteres Zelt zum Weiterreisen besorgt.
Heute früh ging es dann mit der Bahn wieder zurück nach Bayern, das heißt ich springe heute gleich nach Passau mit 5x umsteigen, da mit Fahrrad, das kann nicht gutgehen.
So ist es dann auch, ich verpasse den Anschlußzug in Lichtenfels. Aber 18 Uhr komme ich dann in Passau an nach 9h Fahrzeit. Ich will gar nicht an meine Heimreise mit der Bahn denken.
Passau hat es mir gleich angetan. Eine wirklich schöne Stadt, die natürlich vom Zusammenfluß 3er Flüsse hier profitiert. Hier münden die Ilz und der Inn in die Donau.

Mein Campingplatz liegt nicht weit vom Bahnhof an der Ilz. Und es sind tatsächlich ein paar Zelte mit Fahrrädern dort.
Auf meinen bisherigen Campingplätzen hab ich nur einen Radler getroffen. Hier sind gleich 5. Zwei davon, die schon länger hier sind, sind fast abesoffen in ihren Zelten, bis heute nachmittag hat es hier geregnet. Und selbst jetzt ist die Luftfeuchte so hoch, das meine Zeltaußensete nach 1h klatschnaß ist. Mit 2 der Radler komme ich abends bei einer Flasche Wein gut ins Gespräch. Beide sind über 60.
Der eine kommt aus Apolda und ist überall mit dem Rad unterwegs, er hat jetzt auch schon wieder 2500km zurückgelegt. War auch schon am Nordkap mit dem Rad (7600km!) und kennt die Radlegenden
Axel Brümmer und Peter Glöckner aus Saalfeld persönlich und war mit diesen auch schon auf ihre Expedition mit einer Dschunke vor Hongkong unterwegs. Ein echtes Unikum.
Die andere kommt aus Australien und ist hier in Deutschland auch schon 1000km abgefahren. Wow da bin ich gleich auf die richtigen Experten getroffen.
Der Abend vergeht jedenfalls schnell bei angeregten Gesprächen.

Tag 13, Sonntag-23.09.2012



So heute geht es wieder aufs Rad. Das heißt erstmal Frühstück organisieren, was Sonntags hier gar nicht so leicht ist.
Noch schnell ein paar Aufnahmen von Passau gemacht, hier komme ich bestimmt nochmal her wirklich schön hier, und dann gehts los.
Nachdem ich dann 4km aus Passau rausgeradelt bin komme ich an ein Schild das die österreichische Seite des Radwegs bis Schärding gesperrt ist, man solle doch die deutsche Seite nutzen. Wie jetzt?, soll ich darüber schwimmen oder was?
Also zurück nach Passau wo die nächste Brücke ist, das geht ja gut los. Insgesamt muß man aber sagen ist der Radweg wirklich gut ausgebaut und auch ausgeschildert.

Der Belag wechselt ständig von Asphalt zu befestigtem Waldweg. Nennenswerte Steigungen gibt es keine. So kommt man ganz gut voran. Es geht an einigen Burgen und Klöstern vorbei. Eine wirklich schöne Strecke.
Das Quitschen wird übrigens immer schlimmer, ich versteh´s jedenfalls nicht. Wahrscheinlich ist es österreichisch, die Ösis gucken mich jedenfalls immer so blöde an.

Kurz vor Schärding komme ich mit einem anderen Radler ins Gespräch, wie sich herausstellt ein Saalfelder. Der nächste Thüringer, und ich dachte ich bin aus Thüringen schon raus.
Nach 75km hab ich dann genug heute, in Braunau suche ich mir heute eine Pension.

Freitag, 7. September 2012

Tag 7 und Tag 8

Tag 07, Donnerstag-06.09.2012



Heute geht es rüber ans ehemalige Dreiländereck. Die 20km dorthin sind dank Asphaltstraßen schnell zurückgelegt. Ab dem Dreiländereck geht es dann auf ehemaligen Kolonnenwegen der früheren Grenze weiter durch Tschechien. Blöderweise fängt ausgerechnet hier mitten in der Pampa irgendetwas aus Richtung Tretlager zu quitschen.
Das hat mir gerade noch gefehlt, bloß nicht das Tretlager festfahren. Die 15 km bis As geht es über schlecht befestigte Wege hoch und runter. In As beschließe ich
erstmal wieder auf die deutsche Seite zu fahren, da ich einem tschechischem Fahrradmonteur schlecht erklären kann was ich von ihm will. Also wieder 10km rüber nach Selb.
Dort finde ich einen Monteur, der sich das Rad anschaut und meint das kommt nicht vom Tretlager, wahrscheinlich die Kurbelgarnitur. Also nicht so schlimm, gehts halt mit
Quitschen weiter. In Selb versuche ich eine Übernachtung zu finden, was nicht so leicht ist, nur überteuerte Hotels, kein Camping weit und breit. Die Touristeninformation
vermittelt mir eine Pension in Spielberg. Als ich auf mein Navi schaue stelle ich fest das liegt 10 km entfernt wieder in Richtung Hof, schöne Scheiße. Was solls also auf dorthin. Da bin ich heute einen schönen Bogen gefahren.

Tag 08, Freitag-07.09.2012



Frühs gehts erstmal wieder zurück nach Selb, wo ich noch schnell ein Bild der hiesigen Kirchturmspitze aufnehme. Eigentlich gibt es hier noch viel mehr zu sehen. Selb ist eine hübsche kleine Stadt. Jetzt am Wochenende findet hier Europas größtes Medival Festival mit Gruppen wie Schandmaul usw. statt. Deswegen ist in der Stadt momentan auch keine Übernachtung mehr zu bekommen.
Von dort geht es weiter nach Waldsassen. Bekannt ist Waldsassen vor allen Dingen für sein Kloster mit Stiftsbasilika im barocken Stil. Rund um das Kloster ist jedes 2.Haus ein Cafe oder Restaurant.
Heute fahre ich immer schön auf asphaltierten Straßen. Trotzdem geht es ständig hoch und runter. Zu allem Überfluß hab ich auch noch Wind von der Seite, so muß ich auch bergab noch trampeln. Kurz hinter Neualbenreuth hab ich die Nase voll, am Wegesrand liegt ein Hotel, also versuche ich hier zu übernachten, da es weit und breit kein Camping gibt.
Als ich an der Rezeption nach dem Zimmerpreis frage, kommt die Gegenfrage ob ich Monteur bin. Nicht ganz im Zusammenhang antworte ich: "Ne ich bin mit´m Fahrrad da." Der Mann im hinterm Tresen darauf
"Wir sind hier aber ein besseres Haus, das kostet 50 Euro." Ich daraufhin: "die find ich noch irgendwo auf meinem Rad".
Der Wirt daraufhin: "Hier gibts aber nur 3-Gänge Essen." Ja leck mich doch, im Moment würd ich auch 5 wegspachteln. Aber jetzt wirds mir hier wirklich zu blöd, wenn der in diesem Kaff keine Gäste haben will, kann er doch gleich ein Schild wegen Reichtum geschlossen drassen dran hängen.
Im Moment hab ich jedenfalls die Schnauze voll, woanders werden die sicherlich radelnde Monteure aufnehmen. Also fahre ich noch weiter bis Mähring, wo ich sofort eine Pension finde, in der ein mir hier sehr angenehmer Dialekt gesprochen wird: tschechisch.

Mittwoch, 5. September 2012

Tag 1 bis Tag 6

Tag 01, Freitag-31.08.2012


Nach langem Warten geht die Reise heute endlich los.
Eigentlicher Reisestart sollte schon 4 Tage früher sein, aber eine kaputtreparierte Felgenbremse verögert den Start.
Der Fahrradladen vertröstet mich Tag für Tag, das benötigte Ersatzteil will einfach nicht ankommen. Gestern dann endlich die Erlösung,
Ersatzteil da, Fahrrad repariert. Der Rest geht dann schnell, Sachen ans Rad geschnallt, die mir schon seid Tagen im Weg stehen, der Kühlschrank ist sowieso schon seit 4 Tagen geräumt.
In der Firma bringe ich dann früh noch schnell den bisher versäumten Urlaubskuchen vorbei, damit nicht noch mehr schiefgeht, und dann bin ich endlich unterwegs.
Die ersten km bis Jena laufen wie ein Länderspiel. Die Abfahrt nach Jena durch den Wald ist genau mein Ding.
Ab Kahla werden die Beine dann langsam schwer. Den Abstecher auf die Leuchtenburg werde ich mir wohl sparen.
Das Schwarzatal ist auch nicht mehr das was es mal war. Hier fährt man eingeengt zwischen 2 Maschendrahrzäunen (links Papierfabrik, rechts ICE Trasse) durchs doch so schöne Schwarzatal.
Wenigstens verfahren kann man sich so nicht.
Mit übersäuerten Beinen komme ich dann endlich in Saalfeld auf dem Campingplatz an. Ab Kahla war es dann doch noch eine ganz schöne Berg- und Talfahrt, nix mit schön unten an der Saale
langfahren. Aber mit 85 km am ersten Tag und relativ untrainiert bin ich erstmal zufrieden.
Der Campingplatz liegt direkt an der Saale. Außer mir ist hier hier nur noch eine Jugendgruppe, die mir auch gleich beim Zeltaufbau beistehen.


Tag 02, Samstag-01.09.2012


Der nächste Morgen geht gut los. Direkt hinter meinem Zelt grast ein Fischotter, der alles andere als menschenscheu ist.
Echt putzig das Tierchen.
Aufs Fahrrad zu steigen fällt mir heute schon deutlich schwerer, die Beine sind noch übersäuert von gestern. So beschließe ich heute nur eine "verkürzte Tour
bis Hohenwarte zu machen. Was für ein Fehlschluß. Ab jetzt geht es nur noch hoch und runter und das auch noch auf großteils schlechten Feldwegen.
Nach 45 km komme ich heute auf dem Campingplatz Linkenmühle am Hohenwarte Stausee an. Die letzten 5km gingen mit 8-10% Gefälle nur bergab, das hab ich auch gebraucht.
Der Campingplatz liegt ideal direkt am Stausee. Zum Abendbrot wartet dann der nächste Marathon auf mich. In der Kneipe am Zeltplatz habe ich eine Schnitzeltrilogie bestellt.
Mir gehen die Augen über was da für ein Teller mit 3 Schnitzeln und Pommesbergen auf mich zukommt. Irgendwie schaffe ich es das alles bis zum letzten Salatblatt zu vertilgen.
Als der Wirt den leeren Teller abholt knurrt aus irgend einem falschen Reflex heraus plötzlich mein Magen und ich sage grinsend "Hunger".




Tag 03, Sonntag-02.09.2012


Heute ist Ruhetag. Meine untrainierten gequälten Beine schreien danach. Zum ersten mal blauer Himmel heute, was die Laune erheblich steigert.

 

 

 

 

 

 

Tag 04, Montag-03.09.2012





Am nächsten morgen erwartet mich das nächste kleine Naturschauspiel. Im gleißenden Morgenlicht ziehen Nebelschwaden über die Saale. In solchen Momenten weiß ich wieder warum ich all den Campingscheiß mitschleppe.
Heute geht es rüber zur Bleilochtalsperre. 45km wieder über großteils Wald- und Schotterwege. Die reinste Berg- und Talbahn, aber landschaftlich wirklich superschön.
Komischerweise kommen mir immer nur Radler entgegen. In meine Richtung fährt anscheinend keiner. Die meisten Radler sind
hier mit leichtem Gepäck unterwegs oder grinsende Rentner die auf ihren E-Bikes die Gegend unsicher machen. Dem nächsten der mich angrinst, während ich den Berg
hochkeuche, baue ich den Akku aus, geschworen.
Kurz vor Saalburg finde ich einen Campingplatz direkt am Bleiloch-Stausee.
Wenn ich die Campingplätze mit Kanada vergleiche, sind die für Leute mit normalen Zelten echt schlecht ausgerüstet. Mehr als ein Stück Wiese und eine Waschgelegenheit
gibt es nicht. In Kanada gab es zumindest überall noch Tische und Bänke. Das ewige Rumgekrieche auf der Erde ist schon nicht so schön und Camingtisch und Stühle wollte
ich eigentlich nicht auch noch aufs Rad binden. WLAN gab es hier auch noch auf keinem Campingplatz, in Kanada selbst im
letzten Winkel Standard. Dort gab es auch meist E-Anschlüsse für Zelte.
Am Abend sitze ich noch im Biergarten der heute geschlossenen Kneipe überm See und bewundere den Sonnenuntergang, der den See langsam über orange nach weinrot und
schließlich tieflila einfärbt.

 

 

 

Tag 05, Dienstag-04.09.2012




Trotz frühem Aufstehen komme ich meist nicht vor 10.30Uhr los. Zeug zusammenpacken, Zelt abbauen und trockenwischen, Fahrrad bepacken.
Frühstück gibt es mittlerweile beim nächsten Bäcker oder Fleischer.
Heute soll es bis auf einen Campingplatz kurz vor Hof gehen. Die übliche Berg- und Talbahn über Waldwege, Schotterpisten und teilweise auch echten Asphalt.
Wobei Asphalt manchmal doch nicht so gut ist. Hinter Saaldorf ist der Radweg 3km lang identisch mit der B90. Links Schutzplanken zur Saale runter, rechts Schiefergebirge
und zwischendrin Brummis die hier mit 120 durchpfeifen. Sobald der nächste Brummifahrer zu hören ist quetsche ich mich mit meinem Rad an den Schieferfelsen rechts und brause
dann mit Höchsttempo weiter, bloß weg hier.
Vorbei geht es an Blankenstein, wo der Rennsteig beginnt, hinein ins blauweiße Bayern. Ich hab Thüringen hinter mir gelassen.
In Joditz campe ich auf einem Campingplatz an einem Auensee. Kurz nach mir kommt noch ein Radler mit vollem Gepäck an.
Der erste den ich auf einem Campingplatz treffe. Peter aus Bochum. Kontakt ist schnell hergestellt, wir scheinen mit vielen Sachen
auf einer Wellenlänge zu liegen. So vergeht der Abend in der hiesigen Kneipe mit viel Gequatsche schnell.
Das hat gut getan nach den letzten einsamen Tagen.

 

 

 

 

Tag 06, Mittwoch-05.09.2012



Am nächsten Morgen geht es für mich nach Hof weiter, was nur 10km sind. Vorbei geht es am Fernwehpark, wo Schilder aus aller Welt zu bewundern sind. Dann suche ich mir erstmal eine Pension wo ich für heute meine Beine erstmal ausruhe und all meine Elektrogeräte wieder aufladen kann. Der Saale Radweg ist für mich hier beendet.