Tag 24 und 25, Donnerstag-04.10.2012 -Freitag-05.10.2012
Gestern hatte ich schon versucht eine Fahrkarte auf dem Bahnhof hier bis nach hause zu bekommen.Mit entsprechender Reservierung wäre es mir so möglich auch EC Züge heimwärts mit Fahrrad zu nutzen. Aber ein mich unverständlich anstarrender Bahnbeamter hinter dem Schalter macht diesen Plan zunichte. Er ist geradeso in der Lage mir eine Fahrkarte bis zur italienischen Grenze (Brenner)
auszustellen, dort könne ich mir dann die Anschlußfahrkarte kaufen.
So geht es dann heute mit Bummelzügen Richtung Heimat. Im Zug werde ich darauf aufmerksam gemacht, das man Fahrkarten hier am Bahnsteig entwerten muß und das Fahrräder ganz nach vorne in den Zug gehören. Kein Problem.
Am Nachmittag stehe ich dann auf dem Bahnhof am Brenner und versuche eine Fahrkarte für ein paar weitere Reisekilometer im vereinigten Europa zu bekommen. Nur da ist kein Schalter. Aber zum Gück ist da ja ein Fahrkartenautomat, und da dieser italienisch ist, verkauft er auch nur Fahrkarten nach Italien. Pech gehabt.
Ich bin nicht der einzige Reisende mit diesem Problem, ein weiterer Radler und ein Italiener schauen sich genauso hilflos um. Gemeinsam schwarz fahren macht dann doch mehr Spass, so sitzen wir dann
ohne Fahrkarte im Zug nach Innsbruck. Ein österreichischer Schaffner läßt sich nicht blicken, die kennen wohl schon das Problem. In Innsbruck ergattere ich dann eine Fahrkarte bis Bayern. Eine deutsche Fahrradkarte (bayrische) gibts aber nur in Bayern, was auf Grund freundlicher Schaffner dann aber kein Problem ist. Gegen 22 Uhr bin ich dann in München, der Bahnhof ist übersät von Betrunkenen in Lederhose und Dirndl, dazwischen Bahnpolizei in ihrer Tracht. Bloß schnell weg hier. Bis Regensburg komme ich heute noch, aber dann fährt kein Zug mehr weiter vor morgens 4.30 Uhr. In der Bahnhofshalle stelle ich mein Fahrrad erstmal ab, um eine Toilette zu suchen. Die ist natürlich schon zu. Logisch, wer muß schon abends um 12Uhr aufs Klo. Glücklicherweise ist ein Burgerking mit WC um die Ecke. Erleichtert stapfe ich in die Bahnhofshalle zurück und erstarre.
Was fehlt in diesem Bild, ...meeeiiiiin Fahrrad!
Ein Bahnangestellter hat begonnen die Reisenden aus der Wartehalle zu verscheuchen und die Türen zu verschließen. Ich schnappe mir diesen Bahner: "Woo iiist mein Fahrrad???"
Der gibt mir zu verstehen, das das von der Bahnpolizei verhaftet wurde, die irgendwo dahinten um die Ecke ihren Zellentrakt haben. Schleunigst stürze ich um diese Ecke und ranze den dortigen Beamten an: "Iiieehr habt mein Fahrrad."
Der entgegnet: "Haben sie denn schon eine Anzeige aufgegeben."
Etwas verärgerter wiederhole ich: "Iieehr haaaabt meeeiiin Faahrraaaad!!!"Mit sichtlichem Vergnügen, versucht der Polizist mich über Fahrraddiebstähle und so weiter zu belehren. Gelassen lasse ich die Prozedur über mich ergehen, ich will nur mein Rad zurück.
Schließlich stehe ich wieder mit Rad auf dem Bahnsteig. Der Bahnhof ist mittlerweile komplett verrammelt und es ist schweinekalt in Deutschland. "Nur noch 4h bis zum nächsten Zug, kann ja nicht so schwer sein." murmele ich in mich hinein, während ich auf dem Bahnsteig Warmmachübungen vollziehe. 2 Stunden später steht dann plötzlich ein Bahnarbeiter vor mir, der mir hilfsbereit den Weg zu einer Bahnhofsmission weist, in der man mit gültigem Ticket auf den nächsten Zug warten kann.
Gegen 4.30 Uhr gehts dann endlich weiter, nur noch 2mal umsteigen und ich bin um 11Uhr nach 24h Bahnabenteuer endlich heim.




























